Jahresausflug 2022

gelungener Ausflug in den Nationalpark Schwarzwald und die Glashütte in Buhlbach

Erstellt am

Am Samstag, dem 10.09.2022 fand nach langer Pause unser Jahresausflug statt. Nachdem kurzfristig das Programm wegen der Erkrankung eines Rangers, der uns auf eine Wanderung rund um den Ruhestein hätte führen sollen, geändert werden mußte, starteten frühmorgens 38 Jägerinnen und Jäger samt Begleitung mit einem Bus der Firma Kauffmann in Richtung Nordschwarzwald. Es regnete wie aus Kübeln, und alle waren froh, bei diesem Wetter nicht wandern zu müssen. Also waren alle sehr gespannt, was der Tag bringen sollte. Nach der ersten Verpflegung im Bus mit Kaffee und Butterbrezel erreichten  wir nach entspannter Busfahrt mit Bernhard Sandmann als Busfahrer unser erstes Ziel, den Ruhestein. 

Schon beim Betreten des neuen Nationalparkzentrums waren alle von der großartigen Architektur des Gebäudes begeistert. Sehr modern, ganz viel Holz und sehr viel Raum und Platz.Die spektakuläre Form aus gekreuzten und gestapelten Röhren soll umgefallene, übereinander liegende Bäume symbolisieren. Das Bauwerk bietet 1.150m² Ausstellungsfläche. Der Skywalk mit Auskragung über den schräg geneigten Aussichtsturm bietet einen fanastischen Blick über die Schwarzwaldhöhen. Fertiggestellt wurde das Bauwerk 2020, hat eine Bruttonutzfläche von 5.201m² und kostete 35,5Mio€.

Als erster Programmpunkt ging Friedrich Burghardt in seinem Vortrag "Wildmanagement im Nationalpark Schwarzwald" auf die Umsetzung der Entwicklungsperspektiven im Wildtiermanagement ein. Es wird im Nationalpark Schwarzwald die Entwicklung eines Lebensraumes für die Wildtiere angestrebt, der nicht ein von Menschen gewünschtes Bild repräsentiert, sondern ein Lebensraum, den die Natur vorgibt. Hierfür besteht großer Forschungsbedarf, wie z.B. die Erfassung der Wildbestände, deren Entwicklung, ihr Verhalten im Habitat sowie die Auswirkungen auf die Vegetation. Eine zentrale Frage ist:"Was geschieht, wenn nichts geschieht?"Im Mittelpunkt des Wildtiermanagements steht der Rothirsch, dem eine große Bedeutung im Ökosystem wegen seiner starken Beeinflußung der angrenzenden Wirtschaftswälder zukommt. Obwohl von Rothirsch und Rehwild massive Qualitätsminderungen durch Verbeißen und Schälen zu beklagen sind und dieses Verhalten forstwirtschaftlich hohe Einbußen verursacht, hängt die Bewertung der Wirkung von Wildtieren auf die Ökologie davon ab, welche Zielsetzungen und Perspektiven verfolgt werden. In intensiv genutzten Kulturlandschaften ist dies ein großes Problem. Ziel des Wildtiermanagements ist es, in einem zusammenhängenden, flächenmäßig großen Gebiet eine Wildruhezone zu schaffen, wo das Wild sich selbst überlassen ist und nicht bejagt wird. Das ist noch ein weiter Weg, und es muss darauf geachtet werden, sowohl die Zielsetzung des Nationalparks, einen Lebensraum zu entwickeln, wie die Natur ihn vorgibt als auch die Bedenken der angrenzenden Waldbesitzer zu berücksichtigen.

Nach einem Aser aus dem Rucksack konnte gruppenweise die Ausstellung des Nationalparkzentrums besichtigt werden, was bei allen Teilnehmern zu großer Begeisterung führte. In sehr anschaulicher Weise wurde die Natur dem Betrachter nahegebracht und regte zum Nachdenken an. Auch der Raum der Stille und der Skywalk wurden begeistert angenommen.

Nach einer kurzen Fahrt nach Baiersbronn-Buhlbach stand als zweiter Programmpunkt die Besichtigung der Glashütte Buhlbach auf dem Programm. In der bis 1909 bestehenden Glashütte wurde vor ca. 200 Jahren der "Buhlbacher Schlegel" erfunden. Das ist die Champagnerflasche, die wir heute auch noch kennen. Vor dieser bahnbrechenden Erfindung explodierte die Flasche regelrecht beim Befüllen mit Sekt und Champagner. Die Arbeiter trugen eiserne Masken, damit sie nicht verletzt wurden. 2 Millionen mundgeblasene "Buhlbacher Schlegel" gingen jedes Jahr in die ganze Welt. Der Druck in einer Champganerfalsche ist so hoch wie in einem LKW-Reifen. Die Buhlbacher Glashütte war seinerzeit einer der größen Industriebetriebe im Schwarzwald. Als dann durch das Abholzen der Wälder kein Holz mehr für die Brennöfen verfügbar war, wurde die Produktion aufgegeben. Aber die Schwarzwälder sind ja bekanntlich erfinderisch. So stellt man in dem abgelegenen Schwarzwaldtal bis 1945 die Prodution von Glas auf  Perserteppichen. In Persien besorgte man sich das nötige Equipment und produzierte bis 1945 auserordentlich lichtechte und mottenunempfindliche Perserteppiche. 400 Frauen knüpften die Teppiche. Der größte maß 10 auf 10 Meter und lag im Reichstagsgebäude in Berlin. Als nach dem zweiten Weltkrieg niemand mehr sich einen Perserteppich leisten konnte, wurde die Produktion eingestellt. Nun begann die Umstellung auf den Tourismus, der noch heute in dieser Gegend maßgeblicher Wirtschaftszweig ist.

Nach einem wunderbaren Abendessen mit einem vorzüglichen kalten und warmen Buffet wurde die Heimreise angetreten. Am späten Abend kamen wir wieder unfallfrei und mit vielen neuen Eindrücken an den einzelnen Zusteigeorten an.

Es war ein sehr harmonischer Ausflug mit begeisterten Teilnehmern.