Auerwildring

Auerwildring
In den Höhenlagen ab ca. 800 m ü. NN kommt das Auerwild im Südschwarzwald in einer überlebensfähigen Population noch um den Feldberg herum vor. Nachdem die Individuenzahlen aber in der Vergangenheit immer weiter abgenommen haben, wurde ab 1998 im Rahmen des 4-jährigen EU-LIFE-Projektes "Integraler Habitatschutz für Raufußhühner" einerseits die Population des Auerwildes und anderseits die Habitateignung erfasst.

In der Auerwild Hegegemeinschaft berichten Jagdpächter und Förster jährlich über ihre Beobachtungen von Auerwild an den Balzplätzen und sonstigen Bestätigungen wie Schlafbäume, Losungen und Sichtbeobachtungen. Das Ergebnis waren ca. 150 Hähne und etwa ebenso viel Hennen. Durch allmähliches Zusammenwachsen der Wälder hat die Habitateigenschaft nachgelassen. Es wurden viele Habitatpflegemaßnahmen herausgefiltert, von denen auch einige mit Zustimmung der Waldbesitzer (Privat und Kommunalwald) durchgeführt wurden. So wurden viele kleine Moorgebiete von der Fichten-Sukzession befreit, Balzplätze wiederhergestellt und größere Bereiche aufgelichtet, damit die Heidelbeere als wichtige Nahrungsquelle des Auerwildes wieder zunimmt. Besucherlenkungsmaßnahmen wurden getroffen, um für die Balz, Brut und Aufzucht besonders störempfindliche Bereiche zu beruhigen. Nach Beendigung des LIFE-Projektes schloss sich das Naturschutzprojekt Feldberg-Belchen-Oberes Wiesental mit einer Laufzeit von 10 Jahren zusammen. Wesentliches Ziel dieses Projektes ist der großräumige Schutz seltener Tier- und Pflanzenarten, wie sie im Naturschutzgebiet Feldberg und den angrenzenden NSG noch vorkommen. Im wesentlichen geschieht dies durch Offenhaltung und Wiederöffnung der Landschaft auch im Waldbereich. Davon profitieren neben Auerhahn auch das Haselwild, der Dreizehenspecht und durch die eingehende Äsungsverbesserung auch das hier vorkommende Rotwild. Die verschiedenen Maßnahmen haben nach unserer Einschätzung zu einer Stabilisierung des Auerwildbestandes geführt. Wir hoffen, dass sie sich in Zukunft auch Bestands erhöhend auswirkt. Seit zwei Jahrzehnten laufen Versuche, die Aktivitäten auch durch Telemetrie zu erfassen.

Aktiv sind die Auerwildgemeinschaft (AHG) im Regierungsbezirk Freiburg als Zusammenschluss der Auerwildobmänner der berührten Hegeringe, die Arbeitsgemeinschaft Rauhfußhühner (AGR) mit den Wildtierbeauftragten in den Forstämtern, die Vogelwarte Radolfzell und die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Freiburg.

Auerwildobmann:
Johannes Stowasser · Weißensteinweg 3 · 79837 St.Blasien
Telefon: 07672 923492 · Telefax 07672 923499
E-Mail: johannes.stowasser@landkreis-waldshut.de

Erstellt am 02.04.2014
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